Die Chronik

Bereits lange vor der offiziellen Gründung des Musikvereins Harmonie war das musikalische Leben in Neuses von Engagement und Begeisterung geprägt. Schon im Jahr 1875 fanden sich Musiker zusammen, um den neu gegründeten Sängerbund in Neuses musikalisch zu unterstützen. Diese frühen Initiativen zeugen von einer tief verwurzelten Zuneigung zur Musik, die das Dorf schon damals verband.

Als erste namentlich bekannte Blasmusiker in Neuses gelten Konrad Benzing und Adam Benzing, beide ausgebildete Militärmusiker. Da es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Neuses noch keinen eigenständigen Musikverein gab, wirkten sie musikalisch beim Musikverein Horbach mit und trugen so die Blasmusik über die Ortsgrenzen hinaus.

Einen entscheidenden Impuls erfuhr die Instrumentalmusik in Neuses schließlich im Jahr 1910, als Kuratus Arthur Hilden, selbst aktiver Musiker sowie leidenschaftlicher Förderer aller musikalischen Ausdrucksformen, zur Gründung eines ersten Musikvereins aufrief. Unter dem Namen „Hassia“ entstand damit erstmals ein eigenständiger Verein, der der Blasmusik in Neuses eine feste organisatorische Grundlage gab.

Die anfängliche Freude über die ersten musikalischen Erfolge währte jedoch nur kurze Zeit. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachte nicht nur unermessliches menschliches Leid sowie politische und wirtschaftliche Not über die Bevölkerung, sondern ließ auch das Vereinsleben vollständig zum Erliegen kommen. Eine Wiederaufnahme der musikalischen Arbeit war unter diesen Umständen zunächst unmöglich.

Im Jahr 1925 fanden sich in Neuses zunehmend musikbegeisterte Bürger zusammen. Aus dem gemeinsamen Wunsch, der Blasmusik im Ort eine feste Heimat zu geben, reifte schließlich der Entschluss zur Gründung des Musikvereins Harmonie Neuses. Zu den ersten Mitgliedern und zugleich Gründern zählten Bernhard Reus, Josef Schilling, Anton Benzing und Josef Kreis. Mit großem Engagement erarbeiteten sie die Vereinssatzung und warben erfolgreich weitere Mitstreiter. Wie dem Gründungsprotokoll zu entnehmen ist, wurde der Musikverein Harmonie Neuses am 3. Januar 1926 offiziell ins Leben gerufen – mit 13 aktiven Musikern und 14 Musikschülern. An diesem Tag wurde auch der erste Vorstand gewählt; zum ersten Vorsitzenden bestimmte die Versammlung Heinrich Anton.

1928 Gründer des MVH, Josef Schilling, Anton Benzing, Bernhard Reus, Josef Kreis (fehlt)

Gleichzeitig fand am 3. Januar 1926 die erste Musikprobe des jungen Vereins statt. Sie wurde in der damaligen Gaststätte „Aumühle“ unter der Leitung von Lehrer Wilhelm Fischer abgehalten, der zu jener Zeit auch als Dirigent in Horbach tätig war. Bereits wenige Wochen später konnte der Musikverein Harmonie Neuses seinen ersten öffentlichen Auftritt verzeichnen: Am 7. Februar 1926 wirkte er gemeinsam mit dem Musikverein Horbach bei der Einweihung der Kirche in Horbach mit.

Doch erneut war es ein Krieg, der der Freude am Schönen, Idealismus und den damit verbundenen Einsatz jäh unterbrach. Die Schrecken und Wirren des Zweiten Weltkriegs machten auch vor dem Musikverein nicht halt. Bereits 1934 erhielt der Verein ein Spielverbot durch die Kreisverwaltung Gelnhausen, ehe er 1938 in „Gemeindekapelle Neuses“ umbenannt wurde. Viele Musiker verloren im Krieg ihr Leben, gerieten in Gefangenschaft oder galten als vermisst und verschollen. Das Vereinsleben kam nahezu vollständig zum Erliegen.

1934 MVH

Dennoch resignierten jene, die in die Heimat zurückkehren durften, nicht. Es ist vor allem dem damaligen Pfarrer Simon zu verdanken, dass der Verein schon bald nach Kriegsende seine Tätigkeit wieder aufnehmen konnte. Er beauftragte Bernhard Reus mit der Reorganisation des Musikvereins. Erfreulicherweise fanden sich rasch musikinteressierte junge Menschen, die bereit waren, am Wiederaufbau mitzuwirken. Die Zahl der aktiven Musiker wuchs schnell auf 24 an.

Musiker in Neuses – Vordergrund Burkhard Dornhecker

So konnte der Musikverein Harmonie Neuses am Silvesterabend 1945/46 unter dem Vorsitz von Pfarrer Simon und des damaligen Bürgermeisters Karl Adler offiziell wieder etabliert werden.

Neben der musikalischen Mitwirkung bei zahlreichen Jubiläen, Festen und Geburtstagen bildeten Konzerte von Beginn an einen zentralen Bestandteil des Vereinslebens. Sie waren und sind Ausdruck des künstlerischen Anspruchs, der gelebten Gemeinschaft und der Freude an der Musik.

Bereits kurz nach der Gründung im Jahr 1927 veranstaltete der Verein sein erstes eigenes Streichkonzert im Lokal „Grüner Baum“ in Neuses. Unter der Leitung des Dirigenten Weisshaar aus Hanau präsentierten die Musiker ihr Können – ein bemerkenswerter Auftakt in der noch jungen Vereinsgeschichte. Das Eröffnungsstück dieses Konzerts, „Unter der Friedenssonne“, erlebte genau 100 Jahre später eine besondere Würdigung: Für das Jubiläumskonzert 2026 wurde es neu für Blasorchester arrangiert und vom Musikverein Harmonie in einer Premiere erneut aufgeführt.

Nach den schwierigen Jahren des Zweiten Weltkriegs markierte das Osterkonzert 1952 einen wichtigen Neubeginn. In der Chronik wird es als erstes Konzert nach dem Krieg besonders hervorgehoben. In den folgenden Jahren entwickelte sich eine rege Konzerttätigkeit, häufig gemeinsam mit befreundeten Musikvereinen. So musizierte man 1959 und 1963 mit dem Musikverein Concordia Michelbach, 1959 mit dem Musikverein Somborn sowie 1963 mit dem Musikverein Münster (Kreis Dieburg). Diese Begegnungen stärkten nicht nur die musikalische Qualität, sondern festigten auch die freundschaftlichen Verbindungen über Ortsgrenzen hinweg.

1959 Herbstkonzert des MVH

Die Konzerte in Neuses fanden zunächst im Löwensaal statt, bevor sie von 1968 bis 1972 im Kinosaal der Gastwirtschaft „Barbarossastube“ eine neue Heimat erhielten. Ein besonderes Ereignis war das Konzert mit dem Musikverein Bernbach im Jahr 1969. Seit 1973 – mit nur wenigen Ausnahmen – ist die Mehrzweckhalle in Neuses Veranstaltungsort des jährlichen Frühjahrskonzerts. Diese bewährte Tradition ist bis heute aus dem kulturellen Leben des Ortes nicht mehr wegzudenken.

1969 Herbstkonzert des MVH

Darüber hinaus bereicherten zahlreiche Gemeinschaftskonzerte das Vereinsleben. Beispielhaft seien das Gemeinschaftskonzert der Freigerichter Musikvereine im Jahr 1974 zugunsten der Lebenshilfe für das behinderte Kind sowie das Konzert mit der Sängervereinigung Neuses im Jahr 1979 genannt. In den Jahren 1991, 2005 und 2008 folgten weitere Gemeinschaftskonzerte mit den Musikvereinen Salmünster und Kassel. Solche Veranstaltungen verdeutlichen gleichermaßen das soziale Engagement des Vereins wie seine enge Verbundenheit mit anderen kulturellen Gruppierungen.

1971 Stammorchester des MVH

Neben verschiedenen Jubiläumskonzerten fanden insbesondere die Filmmusikkonzerte in den Jahren 2000, 2003, 2009 und 2014 großen Anklang beim Publikum. Auch die „Open-Air-Konzerte im Park“ in den Jahren 2018 und 2023 entwickelten sich zu besonderen Höhepunkten im Veranstaltungskalender. Neujahrs-, Advents- und Kirchenkonzerte rundeten das musikalische Jahr stimmungsvoll ab und erfreuten sich stets großer Beliebtheit.

Ein besonderes Kapitel wurde 1998 aufgeschlagen: Unter der Leitung von Harald Krebs rief der Verein die Konzertreihe „Musik für Kinder“ ins Leben. Mit speziell auf junge Zuhörerinnen und Zuhörer zugeschnittenen Programmen gastierte man in Freigericht, Gelnhausen, Bad Soden-Salmünster und Schlüchtern. Ziel war es, Kinder frühzeitig für Musik zu begeistern und ihnen die Welt der Instrumente auf anschauliche und lebendige Weise näher zu bringen – ein Engagement, das weit über die Ortsgrenzen hinaus Anerkennung fand.

2026 Jubiläumskonzert – 100 Jahre

Die Geschichte der Konzerte spiegelt damit eindrucksvoll die Entwicklung des Vereins wider: von den ersten musikalischen Schritten im Jahr 1927 bis hin zu einem vielfältigen und lebendigen Konzertleben in der Gegenwart.

Neben zahlreichen, vom Verein organisierten Reisen innerhalb Deutschlands und in verschiedene europäische Länder nahmen insbesondere die Konzertreisen einen besonderen Stellenwert im Vereinsleben ein. Sie boten nicht nur Gelegenheit, das musikalische Können einem internationalen Publikum zu präsentieren, sondern stärkten zugleich die Gemeinschaft und die freundschaftlichen Verbindungen zu befreundeten Vereinen im In- und Ausland.

1951 Musikverein Harmonie Neuses

Ein frühes und bedeutendes Ziel war im Jahr 1972 die Reise nach Helden-Panningen in den Niederlanden. Anlass war das 110-jährige Jubiläum des befreundeten Vereins Königlichen Harmonie Concordia, bei dem der Musikverein als Gastkapelle mitwirkte und die partnerschaftlichen Beziehungen weiter vertiefte.

1969 und 1974  erfolgten Konzertreisen nach Wieze in Belgien. Auch hier stand neben dem musikalischen Austausch vor allem die Begegnung mit Musikerinnen und Musikern anderer Nationen im Mittelpunkt – ein wertvoller Beitrag zur Pflege europäischer Freundschaften.

1951 Umzug zum Feuerwehrfest Neuses

Im Jahr 1995 führte eine Konzertreise den Verein nach Bad Tölz. Höhepunkt des Aufenthalts war ein festliches Galakonzert im Kurhaus Bad Tölz, das sowohl bei Gästen als auch bei Einheimischen großen Anklang fand und zu einem besonderen Erlebnis in der Vereinsgeschichte wurde.

1997 reisten die Musikerinnen und Musiker nach Fehmarn, wo in Burg ein weiteres Galakonzert stattfand. Die Konzertreise verband eindrucksvoll musikalische Qualität mit der besonderen Atmosphäre der Ostseeinsel.

Ein weiteres internationales Ziel war 1999 St. Quentin-Fallavier, die Partnergemeinde von Freigericht, in Frankreich. Auch hier bildete ein Galakonzert den feierlichen Höhepunkt der Reise und unterstrich die gewachsene musikalische Reife des Orchesters.

Zuletzt führte eine Konzertreise im Jahr 2016 nach Stuttgart. Neben kulturellen Eindrücken stand auch hier die musikalische Präsentation des Vereins im Mittelpunkt.

1951 MVH beim Umzug in Somborn

Diese Konzertreisen stehen exemplarisch für das Engagement des Musikvereins über die Orts- und Landesgrenzen hinaus. Sie dokumentieren eindrucksvoll den Anspruch, Musik als verbindende Sprache zu verstehen und Freundschaften durch gemeinsame Erlebnisse nachhaltig zu pflegen.

Wertungs- und Kritikspiele waren über die gesamten 100 Jahre hinweg ein fester Bestandteil unseres Vereinslebens. Sie boten nicht nur die Möglichkeit, das eigene Können unter Beweis zu stellen, sondern dienten zugleich als wertvolles Feedback zur musikalischen Weiterentwicklung des Orchesters. Der konstruktive Austausch mit Juroren und Fachleuten war stets Ansporn und Motivation, die Qualität kontinuierlich zu steigern.

Bereits 1955 stellte sich der Musikverein erstmals einem Wertungsspiel in Rodgau-Jügesheim – damals in der Mittelstufe. Ein weiterer besonderer Moment folgte 1968 beim Wertungsspiel in Dettingen am Main, bei dem das Orchester erstmals in der neu angeschafften Uniform antrat – ein sichtbares Zeichen des gewachsenen Selbstbewusstseins und der Weiterentwicklung des Vereins.

1957 MVH beim Wertungsspiel in Nauheim

In den darauffolgenden Jahrzehnten nahmen sowohl das Stammorchester als auch das Jugendorchester regelmäßig an Wertungs- und Kritikspielen teil. Zwei dieser Ereignisse ragen dabei in besonderer Weise heraus:

Im Jahr 2000 trat das Stammorchester beim Wertungsspiel in Kahl am Main in der höchsten Kategorie an – und wurde mit der Bestnote „hervorragender Erfolg“ ausgezeichnet. Diese Ehrung unterstrich eindrucksvoll die hohe musikalische Qualität und das außergewöhnliche Engagement der Musikerinnen und Musiker.

Ein weiterer Meilenstein folgte 2005 mit der Teilnahme am Internationales Blasmusikfestival in Prag. Beim dortigen Wertungsspiel wurde das Orchester in der Oberstufe als bestes Orchester ausgezeichnet und erhielt das Goldene Band der Stadt Prag – eine besondere Auszeichnung und große Ehre für den gesamten Verein.

Gleichzeitig wurde Dirigent Harald Krebs als bester Dirigent des Festivals geehrt. Dieser herausragende Erfolg war nicht nur ein Triumph für ihn persönlich, sondern auch Ausdruck der harmonischen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Orchester.

Diese besonderen Momente stehen stellvertretend für viele weitere erfolgreiche Teilnahmen an Wertungs- und Kritikspielen und dokumentieren eindrucksvoll den hohen musikalischen Anspruch unseres Vereins über ein ganzes Jahrhundert hinweg.

Ein besonderes Zeichen von Beständigkeit und Vertrauen zeigt sich in der Geschichte des Vereins darin, dass es in über 100 Jahren lediglich sieben Dirigenten des Stammorchesters gab. Diese außergewöhnliche Kontinuität prägt bis heute das musikalische Selbstverständnis des Vereins.

Unmittelbar nach der Gründung übernahm Kantor und Rektor Wilhelm Fischer aus Horbach in den Jahren 1926 bis 1927 die musikalische Leitung und legte damit den Grundstein für die weitere Entwicklung. Bereits 1927 folgte Herr Weißhaar aus Hanau, der das Orchester bis 1938 dirigierte und entscheidend formte.

Ab 1929 brachte sich Vereinsgründer Bernhard Reus als Vizedirigent ein, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 die musikalische Gesamtleitung übernahm. Mit großem Engagement und prägendem Einfluss führte er das Orchester bis 1963. Lediglich in den Jahren 1949 bis 1950 wurde diese Zeit durch die Übernahme des Dirigats durch Josef Schilling unterbrochen.

1958 – MVH beim Musikfest in Heusenstamm unter der Leitung von Bernhard Reus

Im Anschluss prägte Emil Hetzer von 1963 bis 1977 den Klangkörper des Vereins. Ihm folgte Hans Reus, der von 1977 bis 1988 das Dirigat innehatte und die musikalische Entwicklung über anderthalb Jahrzehnte hinweg weiterführte. Seit 1988 liegt die musikalische Leitung in den Händen von Musikdirektor Harald Krebs, der bis heute mit Kontinuität, Engagement und musikalischer Handschrift die Tradition des Vereins fortführt.

2026 – Jubiläumskonzert unter der Leitung von Harald Krebs

Diese außergewöhnlich überschaubare Zahl an Dirigenten über ein Jahrhundert hinweg steht sinnbildlich für die enge Verbundenheit, das Vertrauen und die nachhaltige musikalische Arbeit innerhalb des Vereins.

Für die wöchentlichen Proben und ein lebendiges Vereinsleben ist ein geeigneter Proberaum von zentraler Bedeutung. In den Anfangsjahren nach der Vereinsgründung fanden die Proben in den Veranstaltungsräumen der damaligen Gaststätten in Neuses statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Pfarrer Simon dem Verein die Kapelle in Neuses als Übungsraum zur Verfügung. Später wurden die wöchentlichen Musikproben in die Gastwirtschaft „Zum Grünen Baum“ verlegt.

Im Jahr 1963 schloss dieses Übungslokal, sodass der Verein in ein Behelfsheim auf der Spielwiese (dem heutigen Benzing-Parkplatz) umziehen musste. Ab November 1967 fanden dann die Proben im Kinosaal der Gastwirtschaft „Barbarossastube“ statt.

1986 MVH Stammorchester

Im Januar 1980 bezog der Musikverein schließlich sein neues Vereinsheim im Anbau der Turnhalle Neuses, das bis heute die Heimat der Proben und des Vereinslebens ist.

Neben seinen musikalischen Leistungen prägte der Verein über Jahrzehnte hinweg das gesellschaftliche Leben in Neuses durch die Organisation zahlreicher Veranstaltungen und Feste. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz schufen die Verantwortlichen immer wieder Gelegenheiten zur Begegnung, zur Geselligkeit und zum gemeinsamen Feiern.

In den 1950er- bis 1980er-Jahren erfreuten sich insbesondere die Karnevalsveranstaltungen, Maskenbälle sowie Kindermaskenbälle großer Beliebtheit. Sie waren feste Bestandteile des kulturellen Kalenders und zogen Jahr für Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.

1950 bis 1962 – Tanzkapelle Tahiti in einer Faschingsverabstaltung in Neuses

Ein neues Kapitel begann 1988 mit der erstmaligen Durchführung des Dorfplatzfestes am 1. Mai auf dem neu gestalteten Dorfplatz in Neuses. Bis zum Jahr 2023 wurde dieses Fest insgesamt 32 Mal veranstaltet. Dabei gestalteten das Stammorchester und das Jugendorchester des Vereins, befreundete Gastvereine, verschiedene Musikgruppen sowie die „Original Dorfplatzmusikanten“ ein abwechslungsreiches musikalisches Programm. Das Dorfplatzfest entwickelte sich zu einem festen jährlichen Treffpunkt für die ganze Gemeinde.

Im Jahr 2025 wurde diese Tradition unter dem Namen „1. Mai im Park“ im Neuseser Park fortgeführt und zugleich erfolgreich weiterentwickelt.

Weitere erfolgreiche Veranstaltungen waren die „Freigerichter Fast-Fastnacht“ in der Mehrzweckhalle (1994–2001), die  „WeinNacht“ (2010–2017) sowie das „Scheunenfest“ (2016–2017) auf dem Dorfplatz. Sie alle zeigen die große Bandbreite des Engagements und die Kreativität des Vereins bei der Gestaltung des örtlichen Veranstaltungslebens.

Besondere Glanzpunkte im Gemeindeleben waren stets die Jubiläumsfeste des Vereins.

Bereits 1951 wurde das 25-jährige Bestehen mit einem großen Fest gefeiert, dessen Höhepunkt ein beeindruckender Festumzug durch das Dorf bildete. Zum 30-jährigen Jubiläum im Jahr 1956 veranstaltete der Verein erneut ein großes Fest mit Festzug – ein Ereignis, das sogar vom Hessischen Rundfunk im Fernsehen übertragen wurde.

1951 – Jubiläumsumzug 25 Jahre MVH

1966 konnte der Verein zu seinem Jubiläum mehr als 20 befreundete Musikvereine in Neuses begrüßen – ein eindrucksvolles Zeichen der gewachsenen Verbundenheit über Ortsgrenzen hinaus.

1952 MVH bei der Einweihung des Sportplatzes in Neuses

In den Jubiläumsjahren 1971 und 1976 war unter anderem der befreundete niederländische Verein Königliche Harmonie Helden-Panningen zu Gast in Neuses. Die folgenden Jubiläumsfeste bis 1986 waren geprägt von großen Feierlichkeiten auf dem Benzing-Parkplatz. Freitags sorgten Rockbands für Stimmung, samstags stand häufig ein „Bunter Abend“ auf dem Programm – 1976 sogar mit einem Auftritt von Costa Cordalis – und montags klang das Fest traditionell mit dem „Freigerichter Abend“ aus. Stets wirkten zahlreiche befreundete Gastkapellen mit und verliehen den Festen einen würdigen musikalischen Rahmen.

Zum 55 jährigen Jubiläumsfest konnte der Verein die holländischen Gäste des Musikvereins TOG Welten/Heerlen in Neuses begrüßen.

Im Jahr 2001 wurde erstmals das 75-jährige Jubiläum in Verbindung mit einem Bezirksmusikfest auf dem Platz neben dem Sportplatz in Neuses gefeiert. 2006 kehrte man mit dem Jubiläumsfest wieder auf den Benzing-Parkplatz zurück.

Ein ganz besonderes Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus: Das Jubiläumsfest anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins wird im Juni 2026 im Park in Neuses stattfinden. Es soll nicht nur ein Rückblick auf ein Jahrhundert Vereinsgeschichte sein, sondern zugleich ein lebendiges Fest der Musik, der Gemeinschaft und der Zukunft.

1973 MVH beim Festzug in Altenmittlau

Die Vielzahl an Veranstaltungen und Jubiläumsfesten verdeutlicht eindrucksvoll, dass der Verein weit mehr ist als ein Klangkörper. Er ist seit Jahrzehnten ein Motor des kulturellen Lebens in Neuses – engagiert, traditionsbewusst und zugleich offen für neue Ideen.

Neben Konzerten, Proben und musikalischen Verpflichtungen war es dem Musikverein seit jeher ein besonderes Anliegen, auch das Miteinander zu pflegen und die Gemeinschaft zu stärken. Denn ein Verein lebt nicht allein von der Musik, sondern vor allem von den Menschen, die ihn tragen.

Bereits im Jahr 1928 verzeichnet die Chronik einen ersten gemeinsamen Ausflug nach Wüstensachsen in der Rhön. Dieser frühe Beleg zeigt, wie wichtig das gesellige Beisammensein schon in den Anfangsjahren war. In den 1950er- und 1960er-Jahren folgten zahlreiche weitere Ausflüge, oftmals verbunden mit Platzkonzerten des Musikvereins, die das Gemeinschaftserlebnis mit musikalischem Untermalung verbanden.

Besonders beliebt waren in den 1960er- bis 1980er-Jahren die sogenannten „Fahrten ins Blaue“, bei denen das Ziel bis zur Abfahrt geheim blieb. Darüber hinaus standen regelmäßige Reisen innerhalb Deutschlands sowie ins europäische Ausland auf dem Programm und förderten sowohl den Zusammenhalt als auch die kulturelle Offenheit des Vereins.

Ein besonderes Erlebnis war im Jahr 2010 der Besuch des Hessischer Landtag in Wiesbaden auf Einladung des Landtagsabgeordneten Hugo Klein – eine interessante Begegnung zwischen Musik, Ehrenamt und Politik.

Neben den Ausflügen prägten zahlreiche interne Feste und Feiern das Vereinsleben. Weihnachts- und Familienfeiern sowie die jährlichen Jahresabschlusswanderungen sind bis heute feste Bestandteile der Vereinskultur und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl über Generationen hinweg.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich zudem eine schöne Tradition etabliert: der gemeinsame Besuch eines Weihnachtsmarktes in der Adventszeit. Diese Ausflüge bieten Gelegenheit, das Jahr in weihnachtlicher Atmosphäre ausklingen zu lassen.

All diese Aktivitäten zeigen eindrucksvoll dass unser Verein eine lebendige Gemeinschaft ist, in der Freundschaften entstehen, Erinnerungen wachsen und Zusammenhalt gelebt wird – seit nunmehr 100 Jahren.

Die Jugendarbeit war über ein Jahrhundert hinweg eine der wichtigsten Säulen unseres Musikvereins. Sie ist nicht nur Grundlage für die Weiterführung des Vereins, sondern zugleich Garant für seine musikalische Qualität und Zukunftsfähigkeit. Generationen junger Musikerinnen und Musiker haben hier ihre ersten Schritte gemacht und das Vereinsleben nachhaltig geprägt.

Bereits unmittelbar nach der Reorganisation des Vereins nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter der Leitung von Bernhard Reus eine erste Jugendkapelle gegründet. Der musikalische Nachwuchs entwickelte sich so erfolgreich, dass der Musikverein Harmonie 1953 beim Festumzug in Somborn mit zwei Kapellen vertreten war – dem Stammorchester und der Jugendkapelle. Dieses Bild steht sinnbildlich für die frühe Bedeutung der Nachwuchsarbeit.

1961 Jugendkapelle des MVH beim Bezirksmusikfest in Neuses

Einen besonderen Höhepunkt erlebte die Jugendarbeit in den siebziger und achtziger Jahren. Die Zahl der Jugendmusikerinnen und -musiker stieg zeitweise auf 45 an. In dieser Phase nahm das Jugendorchester regelmäßig und erfolgreich an Wertungs- und Kritikspielen teil und stellte eindrucksvoll ihr musikalisches Können unter Beweis.

Auch überregional machte das Jugendorchester auf sich aufmerksam. 1983 nahm es am Internationalen Jugendorchestertreffen in Kehl am Rhein teil. Es folgten Auftritte im Frankfurter Palmengarten sowie auf der Frankfurter Musikmesse. 1984 wurde das Orchester zu einer Rundfunkaufnahme beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt eingeladen – ein besonderes Zeichen der Anerkennung.

1985 Jugendorchester im Palmengarten Frankfurt

Die Vielzahl an Höhepunkten in der Nachwuchsarbeit würde den Rahmen hier sprengen. Exemplarisch seien jedoch einige besondere Projekte genannt:

In den Jahren 2003 und 2004 präsentierten sich die Flötenkinder, das Nachwuchsorchester und das Jugendorchester in der Mehrzweckhalle mit der eigenen Konzertreihe, dem „Jugend in Concert“.

2004 und 2008 sorgte die „Young Harmonie“, wie sich das Jugend- und Nachwuchsorchester damals nannte, mit den Aufführungen von „Hänsel und Gretel“ sowie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ für große Begeisterung beim Publikum.

Ein weiteres musikalisches Highlight war 2016 das Gemeinschaftskonzert „Colours of Music“ gemeinsam mit der Jugend der Musikkapelle Schönderling.

Seit 2022 kommen die Jungmusikerinnen und Jungmusiker der Freigerichter Musikvereine jährlich zu einem gemeinsamen Probetag mit anschließendem „Werkstattkonzert“ zusammen – ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit und Gemeinschaft über die Vereinsgrenzen hinaus.

Auch innerhalb Neuses ist die Jugend des Vereins eine feste Institution. Seit 1986 begleitet sie jährlich im November den Martinsumzug in Neuses. Zudem wurde 2005 das Weihnachtsliederspielen an verschiedenen Plätzen im Ort an Heiligabend wiederbelebt – eine schöne Tradition, die seither fester Bestandteil des Jahreskalenders ist.

Neben der musikalischen Ausbildung spielte stets auch die gelebte Gemeinschaft eine zentrale Rolle. Jugendfreizeiten, Zeltlager sowie Ausflüge in Freizeitparks, zum Schlittschuh laufen, in Kletterparks oder in Zoos stärkten über viele Jahre hinweg den Zusammenhalt und sorgten dafür, dass neben der Musik auch der Spaß und das Miteinander im Mittelpunkt standen.

Seit 1978 veranstaltet der Musikverein zudem jährlich einen Jugendwerbetag, bei dem Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben Instrumente, die Ausbildung und auch den Verein näher kennenzulernen.

Ob Flötenkinder, die bereits in der Grundschule erste musikalische Erfahrungen sammeln, das Lern- und Nachwuchsorchester oder das Jugendorchester – hinter all dem stehen engagierte Jugendleiterinnen und Jugendleiter, musikalische Leiter und Ausbilder, die mit großem Einsatz und viel Herzblut junge Menschen für die Musik begeistern.

Seit 2022 leitet Martin Jackel das Jugendorchester des Musikvereins Neuses und führt damit die erfolgreiche Nachwuchsarbeit in bewährter Weise fort.

2026 Jugendorchester unter der Leitung von Martin Jackel

100 Jahre Vereinsgeschichte zeigen: Die Jugend war und ist das Fundament unseres Musikvereins. In ihr liegt die Zukunft – getragen von Begeisterung, Gemeinschaftssinn und der Freude an der Musik.

Seit der Gründung unseres Musikvereins im Jahr 1926 ist die musikalische Mitgestaltung des kirchlichen Lebens ein fester Bestandteil unseres Selbstverständnisses. Von Beginn an war der Verein eng in die Feierlichkeiten der St. Wendelinus Kirche eingebunden und trägt seither zur würdevollen und feierlichen Gestaltung zahlreicher kirchlicher Anlässe bei.

Bereits in den frühen Jahren begleiteten die Musiker die traditionellen Wendelinus-, Christi Himmelfahrt und Fronleichnamsprozessionen sowie die Prozession nach Somborn. Auch die Gräbersegnung an Allerseelen und die musikalische Umrahmung des Volkstrauertages gehören bis heute zu den festen Terminen im Jahreskalender des Vereins.

1951 MVH begleitet Prozession in Neuses

Darüber hinaus ist es für den Musikverein selbstverständlich, die Kommunionkinder auf ihrem Weg zur Kirche musikalisch zu begleiten. Ebenso sind Pfarrfeste ohne die klangvolle Unterstützung des Vereins kaum vorstellbar. Über Generationen hinweg ist so eine gewachsene und lebendige Verbindung zwischen Verein und Pfarrgemeinde entstanden.

Ein besonderer Ausdruck dieser Verbundenheit ist die Gründung des Blechbläser-Ensembles „Neuseser Turmbläser“ im Jahr 1991. Bis heute erklingen ihre festlichen Weisen an Heiligabend vom Kirchturm der St.-Wendelinus-Kirche und bereichern die Christmette in Neuses auf eindrucksvolle Weise. Auch in der Osternacht steigen die Musiker hinauf in den Kirchturm, um mit feierlicher Kirchenmusik die Auferstehungsfeier klangvoll zu begleiten. Die Turmbläser sind damit zu einem festen und geschätzten Bestandteil des kirchlichen Jahreskreises geworden und tragen die musikalische Tradition unseres Vereins in besonderer Weise weiter.

So verbindet unseren Musikverein seit nunmehr einem Jahrhundert eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit der Pfarrgemeinde – getragen von Musik, Engagement und gelebter Gemeinschaft.

Die bemerkenswerte Steigerung der musikalischen Leistungsfähigkeit in den Nachkriegsjahren trug maßgeblich dazu bei, dass sich 1946 unter den Jugendlichen des Vereins eine neue Idee formierte: die Gründung einer eigenen Tanzkapelle. Unter der musikalischen Leitung des Pianisten Emil Hetzer fanden in der Aumühle wöchentlich drei Proben statt – ein eindrucksvolles Zeugnis des großen Engagements und der Begeisterung der jungen Musiker.

Die Tanzkapelle „Tahiti“ entwickelte sich rasch zu einem Garant für gelungene Tanzveranstaltungen. Mit acht Musikern besetzt, prägte sie von 1950 bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1962 vor allem den Hanauer Raum und bereicherte zahlreiche Feste und Veranstaltungen mit schwungvoller Tanzmusik.

1950 bis 1962 MVH Tanzkapelle TAHITI

Der Erfolg von „Tahiti“ blieb kein Einzelfall. Aus den Reihen der Musiker in Neuses etablierten sich weitere Tanzkapellen, die das kulturelle Leben der Region mitgestalteten. Bereits 1951 wurde die Tanzkapelle „Palermo“ gegründet. Von 1953 bis 1960 musizierte zudem die Tanzkapelle „Hawai“, die später unter dem Namen „Hit Boys“ bekannt wurde. Sie alle standen für musikalische Qualität und sorgten bei zahlreichen Veranstaltungen für beste Unterhaltung.

1953 – 1960 MVH Tanzkapelle HAWAI
1951-1958 MVH Tanzkapelle Palermo

Im Jahr 1954 rief Eddy Schilling einen Spielmannszug ins Leben. Auch wenn dieses Ensemble bereits 1956 wieder aufgelöst wurde, zeugt seine Gründung vom stetigen Bestreben, neue musikalische Wege zu beschreiten und das Vereinsleben abwechslungsreich zu gestalten.

1954 Spielmannszug des MVH unter der Leitung von Eddy Schilling

Viele Jahre später, 1986, gründeten Musiker des Vereins erneut eine Band: „Seven Up“. Die Formation war besonders in den 1980er- und 1990er-Jahren erfolgreich und wurde unter anderem regelmäßig für Faschingsveranstaltungen engagiert. Mit ihrem zeitgemäßen Repertoire knüpfte sie an die Tradition der vereinseigenen Tanz- und Unterhaltungsensembles an und führte diese erfolgreich fort.

1986 Tanzkapelle Seven up

Neben Tanz- und Partybands fanden sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Musiker in klassischer Egerländer Besetzung zusammen. Bereits 1952 entstand eine erste Blasmusikgruppe dieser Art.

Ein besonderer Meilenstein war 1983 die Gründung der „Original Freigerichter Musikanten“ aus dem Musikverein Neuses. Sie spielten bei zahlreichen Veranstaltungen in der Region und waren 1987 sogar in das Konzert des Musikvereins eingebunden – ein sichtbares Zeichen für die enge Verbundenheit innerhalb des Vereins.

1986 Original Freigerichter Musikanten

1993 folgte die Gründung der „Original Neuseser Dorfplatzmusikanten“. Bis heute spielen sie alljährlich beim Dorfplatzfest auf und sind darüber hinaus regelmäßig bei verschiedensten Veranstaltungen in der Region zu hören. Mit ihrer Musik tragen sie nachhaltig zur Pflege der traditionellen Blasmusik und zur Stärkung der örtlichen Gemeinschaft bei.

2025 Original Neuseser Dorfplatzmusikanten

Auch in jüngerer Zeit beweist der Verein seine Kreativität und Vielseitigkeit. Im Jahr 2015 wurde die Faschingskapelle „Die Brieärsch“ ins Leben gerufen. Seitdem sind sie fester Bestandteil des jährlichen Freigerichter Faschingsumzugs in Somborn. Darüber hinaus sorgten sie auch bei anderen Veranstaltungen – wie etwa dem „Verrückten Oktoberfest“ – für ausgelassene Stimmung.

2025 Faschingskapelle „Die BrieÄrsch“

All diese Ensembles stehen beispielhaft für die musikalische Lebendigkeit, den Ideenreichtum und den starken Gemeinschaftssinn innerhalb unseres Vereins. Sie zeigen eindrucksvoll, wie aus Engagement und Begeisterung immer wieder neue musikalische Initiativen entstehen, die das kulturelle Leben unserer Region bereichern.

Stellvertretend für die vielen engagierten Frauen und Männer, die sich im Laufe der vergangenen 100 Jahre mit großem Einsatz in der Vorstandsarbeit für den Verein engagiert haben, sollen an dieser Stelle die Vorsitzenden des Musikvereins genannt werden, die in besonderer Verantwortung die Geschicke des Vereins gelenkt haben.

Zum ersten Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins wurde im Jahr 1926 in der konstituierenden Sitzung Heinrich Anton gewählt. Dieses Amt übte er jedoch nur für ein Jahr aus. Bereits 1927 übernahm mit Josef Schilling ein Gründer des Vereins den Vorsitz. Er führte den Verein – unterbrochen durch die Wirren der Kriegsjahre – bis 1946 und prägte damit eine entscheidende Phase der frühen Vereinsgeschichte.

In den Jahren 1947 bis 1950 stand Franz Schilling dem Verein als Vorsitzender vor. Er sollte später auch das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Freigericht übernehmen. Im Jahr 1950 wurde Vereinsgründer Bernhard Reus zum Vorsitzenden gewählt. Nach 13 Jahren engagierter und prägender Vorstandstätigkeit übergab er 1963 die Vereinsführung an Norbert Schilling.

Von 1968 bis 1974 lag die Leitung des Vereins in den Händen von Hans Reus. Ihm folgte Norbert Ries, der den Vorsitz gleich zweimal innehatte – zunächst von 1974 bis 1977 sowie später erneut von 1989 bis 1993. In der Zeit von 1977 bis 1989 führte Manfred Zwergel den Verein mit großem Engagement und Weitblick.

Im Jahr 1993 übernahm Ralf Kress den Vorstandsvorsitz. Über nahezu drei Jahrzehnte hinweg – bis 2022 – leitete er den Verein erfolgreich und mit großer Kontinuität. Seit 2022 steht Dominik Weber an der Spitze des Vereins und führt die traditionsreiche Arbeit seiner Vorgänger fort.

1954 MVH beim Sängerfest der Germania Neuses

Neben den Vorsitzenden sollen auch jene Persönlichkeiten gewürdigt werden, die sich durch ihren außergewöhnlichen Einsatz um den Verein verdient gemacht haben und dafür mit dem Titel des Ehrenvorsitzenden ausgezeichnet wurden. Zum ersten Ehrenvorsitzenden wurde 1966 Bernhard Reus ernannt. Es folgten 1970 Anton Neumann, Werner Seewöster im Jahr 1985 sowie Norbert Ries im Jahr 1994. Im Jahr 2023 wurde Ralf Kress in Anerkennung seiner langjährigen und herausragenden Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Was wäre die Geschichte unseres Musikvereins ohne jene, die sie über Jahrzehnte hinweg mit Sorgfalt, Ausdauer und großem Engagement festgehalten haben? Ereignisse, Entwicklungen, Erfolge und auch die kleinen, oft unscheinbaren Momente des Vereinslebens wären längst verblasst, hätten sie nicht ihren Platz in den Aufzeichnungen unserer Chronisten gefunden.

Mit viel Hingabe und einem ausgeprägten Sinn für Details haben sie Dokumente gesammelt, Berichte verfasst, Bilder archiviert und Erinnerungen bewahrt. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes ist es heute möglich, die Entwicklung unseres Vereins lebendig nachzuvollziehen und die Vergangenheit als Fundament für die Zukunft zu verstehen.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle unseren Chronisten Bernhard Reus, Emil Hetzer, Reinhard Neumann, Josef Adam, Manfred Zwergel, Burkhard Dornhecker und Sylvia Kress.

Sie alle haben mit großem zeitlichem Aufwand und Verantwortungsbewusstsein dazu beigetragen, die Vereinsgeschichte umfassend zu dokumentieren. Ihr Wirken verdient höchste Anerkennung, denn sie haben nicht nur Daten und Fakten gesammelt, sondern die Identität und das Selbstverständnis unseres Vereins über Generationen hinweg bewahrt.

Ihnen gilt unser aufrichtiger Dank.

1951 Musikverein Harmonie Neuses